Saponine, Pflanzenstoffe mit vielfältiger Wirkung

04.09.2018 15:18

Was sind Saponine?

Saponine gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Der Name Sapo bedeutet im lateinischen Seife und zeigt die wichtigste Eigenschaft der Saponine. Denn dabei handelt es sich um eine Gruppe sogenannter Glycoside, die, in Wasser gelöst, einen Schaum bilden, wenn sie geschüttelt werden. Verantwortlich dafür ist ihre Zusammensetzung aus einem wasserlöslichen Teil und einem fettlöslichen Teil.

Saponine kommen in den Blättern, Blüten und Wurzeln vieler Pflanzen vor. So findet man sie zum Beispiel in Hülsenfrüchten, Ginseng, Efeu, Spargel Kartoffeln und Knoblauch. Aber auch in Kräutern, wie dem Gänseblümchen, Thymian und Jiaogulan sind viele Saponine enthalten.

Wie wirken Saponine?

Saponine Sind O-Glycoside mit kapillaraktiven Eigenschaften. Die Aglykone sind Steroiden chemisch sehr ähnlich und werden daher auch Steriodalsaponine genannt. Da es verschiedene Saponine mit unterschiedlichen chemischen Strukturen gibt, kann man keine generelle Aussage über ihre Wirkungen machen. Doch man kann sagen, dass die Wirkung von Saponinen aus Lebensmitteln sich hauptsächlich auf den Magen-Darm-Trakt beschränken.

Einige Saponine wirken harntreibend, entzündungshemmend, hormonstimulierend und können zur Bekämpfung von Pilzbefall eingesetzt werden.

Aber auch in natürlichen Medikamenten, gegen Erkältungskrankheiten, können Saponine dafür sorgen, dass Schleim sich schneller verflüssigt und besser abgehustet werden kann.

Im Tierversuch und in vitro konnte man nachweisen, dass Saponine die Entstehung von Dickdarmkrebs hemmen können, indem sie das Wachstum und die DNA-Synthese verschiedener Tumorzellarten hemmen. Dies wurde zum einen der immunologischen Wirkung der Saponine zugeschrieben. Saponine stimulieren die Lymphozytenproliferation sowie die B- und T-Zellen-Kooperation bei der Antikörperbildung, wodurch sie die Aktivität von tumorzerstörenden Immunzellen, z.B. natürlichen Killerzellen, erhöhen.

Zum anderen können Saponine Cholesterin und Gallensäuren binden, wodurch weniger genotoxische sekundäre Gallensäuren produziert werden, welche das Tumorwachstum voran treiben können.

Die Fähigkeit der Saponine sich mit Cholesterin zu binden, hat den Effekt, dass ein unlöslicher Saponin-Cholesterin-Komplex entsteht, der schlecht absorbiert werden kann, wodurch der Cholesterinwert sinkt. In versuchen zeigte sich nach 8wöchiger Gabe von Saponin haltigen Alfalfasamen, bei den Patienten eine Senkung des Cholesterinwertes im Serum um 17%.

Die Steroidal-Saponine der Tribulus Terrestris haben eine stimulierende Wirkung auf das luteinisierende Hormon (LH).

LH fungiert als „Nachrichtenübermittler“ und signalisiert dem Körper mehr Sexualhormone zu synthetisieren.

Dadurch kann es bei Männern zu einer Erhöhung des Testosteronspiegels kommen, wodurch es zu einer Steigerung der Libido und zu einem Aufbau von mehr Muskelmasse, sofern ein entsprechender Trainingsanreiz gesetzt wird, kommen kann.

Wie bei Männern lässt sich eine positive Wirkung auf die Libido auch bei Frauen beobachten.

Neben der Steigerung des sexuellen Verlangens, konnte bei Frauen in den Wechseljahren beobachtet werden, dass die Beschwerden die mit den Wechseljahren einhergehen verringert werden konnten.

Einnahme von Saponinen

Da der Saponingehalt in Pflanzen stark schwanken kann, ist eine Einnahme durch hochwertige Nahrungsergänzungsmittel ratsam. Diese werden aus Extrakten hergestellt und weisen immer die gleiche Dosis auf, welche die Voraussetzung für eine Wirkung ist.

Quellen- & Studiennachweise:

The role of the hydrophobic phase in the unique rheological properties of saponin adsorption layers.

http://pubs.rsc.org/en/content/articlelanding/2014/sm/c4sm00406j#!divAbstract

The bioactivity of saponins: triterpenoid and steroidal glycosides. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/11201296/

Chemical study and medical application of saponins as anti-cancer agentshttps://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0367326X10001346?via%3Dihub

Alfalfa seeds lower low density lipoprotein cholesterol and apolipoprotein B concentrations in patients with type II hyperlipoproteinemiahttps://www.atherosclerosis-journal.com/article/0021-9150(87)90019-0/pdf