Welche Vitamin B12 Form - Methylcombalamin oder Cobalamin?

30.07.2018 10:51

Für was benötigen wir überhaupt Vitamin B12?

Vitamin B 12 ist für den Stoffwechsel sehr wichtig, ebenso wie für das Nervensystem. Es reguliert u.a. den Fettstoffwechsel und die Kohlenhydratverwertung.

Vitamin B12 ist vor allem für die Umwandlung der Folsäure zuständig. Diese hat eine wichtige Rolle in der gesunden Zellteilung und ist für ein gesundes Zellwachstum unentbehrlich.

Nicht nur in der Schwangerschaft ist für das ungeborene Kind eine gute Zellteilung wichtig, sondern im ganzen Leben! Vor allem Blutzellen müssen ständig erneuert werden, ebenso wie beispielsweise die Darmzellen oder auch die Zellen der Lunge. Der durch Vitamin B 12 Mangel entstehende Folsäure Mangel kann übrigens auch heute noch dafür sorgen, dass Kinder mit offenen Rücken oder allgemeinen Missbildungen zur Welt kommen. Eine ausreichende Vitamin B 12 Zufuhr kann dieses bis zu 70% verhindern. (Siehe Studie 2)

Woran merkt man einen Vitamin B 12 Mangel?

Da die Blutbildung gestört wird, macht sich ein Mangel am ehesten in Erschöpfungszuständen bemerkbar. Schnelle Ermüdung, erhöhte Reizbarkeit, schlechte Konzentrationsfähigkeit sind die wichtigsten Anzeichen für einen Mangelzustand. Auch das Immunsystem leidet darunter, man wird anfälliger für alle möglichen Infektionen. Da Vitamin B 12 auch wichtig für die Nerven ist, können auch Depressionen und psychische Verstimmungen im Allgemeinen auftreten.

Wer leidet am häufigsten unter einem Vitamin B 12 Mangel?

Schwangere und vor allem auch ältere Menschen. Studien ergaben, dass bis zu 90% aller Senioren an einem Mangel leiden. (Siehe Studie 1)

Veganer und Vegetarier sind von einem B 12 Mangel auch oft betroffen, da sie auf tierische Produkte verzichten, also ist die natürliche Zufuhr des wichtigen Vitamins natürlich erschwert. Auch gibt es Personen, die an Resorptionssstörungen leiden, sie können also das natürlich zugeführte Vitamin B 12 nicht gut verwerten. Das kann durch Alkohol- oder Nikotinkonsum noch verstärkt werden. Vitamin B 12 sorgt im Körper dafür, Folsäure zu bilden. Übrigens reicht es nicht aus, Folsäure zu sich zu nehmen, denn ohne das Vitamin B 12 kann es im Körper nicht optimal umgewandelt werden.

Welche Form von Vitamin B 12 ist nun besser: Methylcobalamin oder Cobalamin?

Hier sollte man genau hinsehen, für Laien ist es nicht zu erkennen, welches besser ist. Das eigentliche Vitamin B 12 ist an ein sogenanntes Trägermolekül gebunden. Jede Form wird unterschiedlich gut verwertet. In den meisten Produkten ist das günstigere Cyanocobalamin enthalten. Dieses kann vom Körper aber schlechter absorbiert werden als das Methylcobalamin.

Aber was ist der eigentliche Unterschied?

Cyanocobalamin ist günstiger in der Herstellung. Allerdings kommt es in der Natur kaum vor und muss somit vom Körper umständlich umgewandelt werden. Eine gute Bioverfügbarkeit ist somit nicht optimal gewährleistet.

Methylcobalamin wiederum kommt auch in der Natur vor und wird daher vom Körper wesentlich besser verwertet. Es ist zwar teurer, aber wenn man schon Vitamine zuführt, ist es doch wichtig, dass es auch ankommt.

Studien ergaben, dass Methylcobalamin direkt verwertet werden kann, im Gegensatz dazu wurde das Cyanocobalamin praktisch ungenutzt wieder ausgeschieden. (Siehe Studie 3)

Fazit:

Man sollte ein Vitamin B 12 Präparat wählen, welches auch optimal verwertet wird, bei dem die Wirkung erwiesen ist. Und dass es ein wenig teurer ist: Bevor gar nichts oder viel zu wenig im Körper ankommt, sollte man die Form wählen, die auch sicher und gut vom Körper aufgenommen wird und dort seine Wirkung entfalten kann.

Quellen- & Studiennachweise:

Studie 1: Khodabandehloo N. et al.: Determining Functional Vitamin B12 Deficiency in the Elderly. Iran Red Crescent Med J. 2015(8):e13138

Studie 2: Prevention of neural tube defects: Results of the Medical Research Council Vitamin Study; The Lancet 1991(338):S. 131 – 137

Studie 3: Hans C. Andersson, Emmanuel Shapira, Biochemical and clinical response to hydroxocobalamin versus cyanocobalamin treatment in patients with methylmalonic acidemia and homocystinuria (cblC), The Journal of Pediatrics, Volume 132, Issue 1, January 1998, Pages 121-124, ISSN 0022-3476, http://dx.doi.org/10.1016/S0022-3476(98)70496-2.