Ist mikrokristalline Cellulose schädlich?

19.09.2018 10:29

Wer bisher von mikrokristalliner Cellulose gehört hat, ist meist verunsichert. Es wird immer wieder behauptet, dass sie schädlich ist. Aber woher kommt dieser Gedanke? Ist sie wirklich schlecht für unsere Gesundheit?

Es wird behauptet, mikrokristalline Cellulose gehören zu den Nanopartikeln, diese gelten ja sowieso bei vielen als potentiell schädlich. Aber wie der Name schon sagt, handelt es sich nicht um Nanopartikel, sondern um Mikropartikel. Da besteht doch ein deutlicher Unterschied.

Was ist überhaupt mikrokristalline Cellulose und wofür wird diese benötigt?

Definiert wird sie als gereinigte Cellulose, die aus Pflanzenfasern gewonnen wird. Mit Hilfe von Mineralsäuren werden diese Fasern in kleine Bestandteile zerlegt und so zu mikrokristalliner Cellulose.

Verwendet wird sie als Füllstoff in allen möglichen Lebensmitteln wie Backwaren, Milchprodukten und vielem mehr. Auch eingesetzt wird sie in Nahrungsergänzungsmitteln.

Aber ist das nicht schädlich für den Körper?

Mikrokristalline Cellulose ist unlöslich, wird also nicht in den Blutkreislauf gelangen. Desweiteren hat die europäische Kommission hier genau festgelegt, dass mikrokristalline Cellulose nicht kleiner als 5 Mikrometer sein darf, um vom Darm nicht absorbiert zu werden. Ergo gilt sie so als Ballaststoff.

Mehrfach wurde die mikrokristalline Cellulose untersucht und es konnte nachgewiesen werden, dass keinerlei Schäden zu erwarten sind. Weder bei Menschen noch bei Tieren. Nur in extrem hohen Dosen, die weder bei Lebensmitteln noch in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet oder erreicht werden, könnte sie schädlich auf den Organismus wirken.

Es gibt sogar Hinweise, dass mikrokristalline Cellulose sich förderlich auf die Gesundheit auswirken kann, da durch sie die Aufnahme von, beispielsweise wichtigen Fettsäuren, aus der Nahrung verbessert werden könnte. Auch konnte nachgewiesen werden, dass sie keine Allergien hervorruft.

Kann mikrokristalline Cellulose also bedenkenlos in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden?

Die Europäische Kommission nimmt die Gesundheit der Bürger so ernst, dass die mikrokristalline Cellulose nicht in Babynahrung verwendet werden darf. Warum? Hier weiß man noch nicht genau, wie sie sich auf den noch unreifen Darm des Kindes auswirkt. Daher lässt man sie hier vorsorglich weg.

Fazit

Selbst die WHO, also die Weltgesundheitsorganisation, hat sich mit der mikrokristallinen Cellulose befasst und eine Sicherheitsbewertung durchführen lassen. Es wurde die Aufnahme im Körper untersucht, die Verteilung, die Ausscheidung und die mögliche Toxizität. Das Ergebnis: Es konnten weder beim Menschen, noch beim Tier irgendwelche Schäden durch mikrokristalline Cellulose festgestellt werden. Geregelt wurde lediglich, dass aus Sicherheitsgründen eine gewisse Größe vorhanden sein muss, um noch als Mikropartikel gelten zu dürfen. Darauf wird streng geachtet bei der Verwendung für Lebensmittel und bei Nahrungsergänzungsmitteln.

Man darf also davon ausgehen: Was so gut erforscht ist, was freigegeben wurde von der Europäischen Kommission und auch von der WHO, dem kann man vertrauen. Die Verwendung von mikrokristalliner Cellulose darf als unbedenklich angesehen- und bedenkenlos konsumiert werden. In unseren Quellen findet Ihr die Studien der europäischen Kommission und der WHO. Lasst Euch nicht verunsichern, es geistert viel zu viel Halbwissen durch's Netz. Mikrokristalline Cellulose ist kein Schreckgespenst, das Schaden anrichten könnte, sondern ein simpler Füllstoff, der sogar noch einen Nutzen als Ballaststoff und somit für die Gesundheit liefern kann.

Quellen- und Studiennachweise:

WHO Bericht: http://www.inchem.org/documents/jecfa/jecmono/v040je03.htm

Europäische Kommission: http://aei.pitt.edu/33859/1/A560.pdf