Warum Zink wichtig ist, und was ein Mangel zu bedeuten hat

04.07.2018 12:27

  • Leiden Sie unter trockener und schuppiger Haut?
  • Oder gar entzündlichen Hautstellen und Akne?
  • Ihre Nägel sind brüchig?
  • Ihr Kinderwunsch bleibt unerfüllt?
  • Und zu allem Überfluss sind sie häufig krank?

All dies können Anzeichen für einen akuten Zinkmangel sein.

Zink ist ein essentielles Spurenelement, welches also nur in kleinen Mengen im Körper vorhanden ist, aber als Bestandteil von über 200 Enzymen eine wichtige Rolle an sehr vielen Stoffwechselprozessen  spielt.

Leider kann Zink nicht vom Körper gespeichert werden, wodurch er auf eine tägliche Zufuhr angewiesen ist. Die Deutsche Organisation für Ernährung empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 7-11 Milligramm Zink am Tag.

Denn ein Zinkmangel kann schnell Beschwerden hervorrufen.

Zink ist zwar in vielen Lebensmitteln enthalten, aber der Organismus kann es nicht aus allen in ausreichender Menge verwerten oder die Aufnahme wird durch Wechselwirkungen mit anderen Nährstoffen oder gar Medikamenten gehemmt. Eine unausgeglichene Ernährung aus Industriell verarbeiteten Lebensmitteln und isolierten Kohlehydraten, wie Weissmehl, kann schnell zu einem Zinkmangel führen.

Oft liest man, dass eine vegetarische oder vegane Ernährung einen Zinkmangel hervorrufen können, so befindet sich Zink zumeist in proteinreichen Lebensmitteln wie Austern, Fleisch und Käseprodukten.

Aber auch in Getreide, Hülsenfrüchten, Ölsaaten wie Kürbiskernen, Obst und Gemüse ist dieses wichtige Spurenelement enthalten. Dadurch kann auch bei einer fleischlosen Ernährung genug Zink aufgenommen werden.

Wichtig ist zu wissen, dass die Proteine in Fleisch die Zinkaufnahme fördern, Casein, Calcium und Phytinsäure aus Milchprodukten, Hülsenfrüchten,Ölsaaten, Obst und Gemüse diese wiederum hemmen. So ist es nötig größere Mengen Zink aus fleischlosen Quellen zu sich zu nehmen damit genug aufgenommen und verarbeitet werden kann.

Die Wirkung von Zink

Da Zink in allen Zellen vorkommt ist es an unzähligen gesundheitlichen Prozessen beteiligt.

  1. Zink steigert die Abwehrkräfte, die Zellgesundheit und unterstützt das Immunsystem

Zink wirkt als Antioxidans, schützt die Zellen also vor freien Radikalen und trägt zur Zellerneuerung bei.

Ein Zinkmangel macht sich somit schnell an sich rasant teilenden Zellen wie Haut, Haaren, Nägeln, Knochen und Schleimhäuten bemerkbar. Trockene, schuppige Haut, Akne, schlechtes Haarwachstum bis zum Haarausfall, spröde Nägel, eine geringe Knochendichte, Geschmacksstörungen und Durchfall können die Folge sein.

Doch auch die Genesung wird durch einen Zinkmangel gehemmt, so zeigten Studien, dass Zink die Dauer und Intensität eines grippalen Infekts verkürzen und zur Heilung von Magengeschwüren beitragen kann.

  1. Zink fördert den Stoffwechsel

Zink sorgt für einen normalen Säure-Basen-, Kohlehydrat-, Fettsäuren-, Vitamin A- und Macronährstoffe-Stoffwechsel.

Nimmt man zu wenig Zink auf, wird der Stoffwechsel runter gefahren. Sollte es einem schwer fallen, trotz Kalorienreduktion Gewicht zu verlieren, könnte dies an einem Zinkdefizit liegen.

  1. Zink unterstützt die kognitiven Fähigkeiten und das Sehvermögen

Dies ist gerade im hohen Alter interessant, da das Gedächtnis und die Augen mit zunehmendem Alter nachlassen. Es zeigte sich, dass das Sehvermögen bei einem Zinkmangel leiden kann. Dies könnte sich mit der Vitamin A verarbeitenden Eigenschaft von Zink erklären, da Vitamin A für die Sehkraft notwendig ist.

  1. Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion bei

Die Geschlechtsorgane des Mannes weisen eine hohe Zinkkonzentration auf. Fehlt an dieser Stelle Zink, kann dies zu einer geringeren Spermienzahl führen und die übrigen Spermien sind häufig unbeweglich.

Doch auch bei der Frau kann ein verminderter Zinkspiegel die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, indem es zu Zyklusstörungen kommt.

 Bleibt der Kinderwunsch unerfüllt, muss dafür keine schwere und dauerhafte Ursache vorausgesetzt, sondern ein Zinkmangel geprüft werden.

Für geplante, werdende und stillende Mütter gilt ein erhöhter Zinkbedarf, da ein Zinkmangel neben der Senkung der Fruchtbarkeit auch zu Wachstumsstörungen und Missbildungen des Kindes führen kann.

Deshalb sollte bei dem Wunsch nach eigenen Kindern eine Supplementierung in Erwägung gezogen werden.

  1. Zink als Antidepresiva

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Patienten mit depressiven Störungen häufig  einen niedrigen Plasma-Zinkwert aufweisen und die Zuführung von Zink sich positiv auf das Gemüt auswirken kann.

Zinkmangel was nun?

Wie die oberen Punkte zeigen, ist eine ausreichende Zinkversorgung für den Organismus sehr wichtig. Wird festgestellt, dass man zu wenig dieses essentiellen Spurenelements zuführt, sei es durch eine einseitige Ernährung oder weil man zu einer Gruppe mit erhöhtem Zinkbedarf – z.B. Werdende- und Mütter, Sportler, Diabetiker, Menschen mit chronisch entzündlichen Erkrankungen, Senioren und Kinder im Wachstum - zählt, sollte man sich über Nahrungsergänzungsmittel die nötige Menge Zink zuführen.

Dabei ist auf eine hohe Bioverfügbarkeit des Stoffes zu achten. Zink wird in Nahrungsergänzungsmitteln nie in Reinform verwendet, sondern in organischen oder anorganischen Verbindungen, die vom Körper unterschiedlich gut verarbeitet werden können.

Zinkoxid, Zinkorotat und Zinksulfat haben im Vergleich die schlechteste Bioverfügbarkeit, sprich sie können nur schlecht vom Körper verarbeitet werden und große Mengen werden einfach durch den Stuhl wieder ausgeschieden.

Besser verarbeiten kann der Körper Zinkgluconat und Zinkhistidin. Im Vergleich zu, Zinkoxid reicht hier schon ein Drittel der eingenommen Menge um die gleiche verfügbare Zinkmenge im Körper zu erreichen.

Die hochwertigsten Zinkverbindungen in Nahrungsergänzungsmitteln sind Chelat-Verbindungen wie Zinkbisglycinat.

Zinkbisglycinat ist an eine Aminosäure gebundenes Zink, wodurch es optimal vom Körper verarbeitet werden kann. Durch die Aminosäure kann das Zink effektiv durch die Darmwand geschleust und im Körper verteilt werden. Studien zeigten, dass diese Verbindung bis zu 40% besser vom Körper aufgenommen wird als zum Beispiel Zinkgluconat.

Ein gutes Zinkpräparat besteht also aus einer Zink-Chelat-Verbindung mit einer Dosis von ca. 25 mg. So erreicht man die höchste Bioververfügbarkeit, wirkt einer Unterversorgung entgegen aber riskiert gleichzeitig keine Überversorgung, wodurch mit Nebenwirkungen durch Supplementierung nicht zu rechnen ist.

Studiennachweise und Quellen:

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32012R0432&from=EN

https://www.zink-portal.de/kinderwunsch/

http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000022731/Dissertation_AJung.pdf

Sun, J.; et. al.: Heavy metal level in human semen with different fertility: A meta-analysis. Biol Trace Elem Res. 2016 Jul 22. DOI: 10.1007/s12011-016-0804-2