Siliziumdioxid - ist es wirklich so schädlich?

18.09.2018 09:54

Was ist überhaupt Siliziumdioxid?

Siliziumdioxid gehört zu den Nanopartikeln und steht immer wieder in der Kritik. Da es Nanopartikel sind, besteht die Angst, dass es dem Organismus schaden könnte. Aber ist das wirklich so? Sehen wir uns das mal genauer an

Wo wird Siliziumdioxid eingesetzt?

Siliziumdioxid ist der wichtigste Bestandteil in der Glas- aber auch in der Bauindustrie. Alle Gläser, die wir kennen, auch Kristallglas, bestehen aus Quarz. Es wird auch als Füllstoff verwendet, in Farben, Klebern und Kunststoffen. Es sorgt für eine höhere Härte und Kratzfestigkeit.

In der Lebensmittelindustrie wird amorphes Siliziumdioxid seit vielen Jahren als Zusatzstoff verwendet und hat die Kennzeichnung E551. Vor allem in allen Pulvern, wie Salz, Würzmitteln, Fertigprodukten und auch in Nahrungsergänzungsmitteln soll es die Rieselfähigkeit erhöhen. Ihr Einsatz wurde sogar in Bio-Lebensmitteln erlaubt, daher darf man davon ausgehen, dass es nicht schädlich sein kann. Natürlich gibt es immer Leute, die meinen, die Regierungen wollen einen vergiften, aber das ist schon sehr weit hergeholt und haarsträubend.

Seit über 40 Jahren wird es eingesetzt, wurde getestet und wenn es zugelassen ist, darf man davon ausgehen, dass es unschädlich ist! Es wurde auch in den letzten Jahren nichts verändert, weder an der Struktur noch an der Feinheit.

Auch die Pharmaindustrie setzt Siliziumdioxid ein, es wird in Tabletten, Zäpfchen und Gels verwendet.

Aber wie kommt man auf die Idee, dass es schädlich sein könnte?

Nanopartikel, das ist ein Wort, bei dem denken viele an etwas Gefährliches. Tatsächlich ist Siliziumdioxid in seiner kristallinen Form nicht ungefährlich. Wenn es eingeatmet wird, wie es beispielsweise auf der Baustelle oder bei der Produktion von Gläsern oder Kunststoffen passieren kann, kann es eine Entzündung im Lungengewebe hervorrufen. Man spricht dann von der Staublungenkrankheit. Quarzstaub gilt als krebserregend. Da besteht kein Zweifel. Das gilt aber für das einatmen!

Anders sieht es bei der amorphen Form aus. Diese Form wird in der Lebensmittelindustrie und in der Herstellung von Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Und Lebensmittel inhaliert man ja bekanntlich nicht.

Aber woher kommt dann die Angst vor Siliziumdioxid?

Wie so oft aus Missverständnissen heraus. Es gab eine Studie, bei der ein direkter Vergleich von kristallinem und amorphem Siliziumdioxid herbeigeführt wurde. Man ließ Ratten beide Formen einatmen. Die kristalline Form sorgte für eine starke Entzündung der Lunge, die amorphe Form löste auch eine aus, aber diese klang schnell wieder ab. Wichtig hierbei: Es waren Ratten! Und sie atmeten das Siliziumdioxid ein, sie wurden nicht damit ernährt! Es gab zwar noch Hinweise, dass kleinste Teilchen eine enzündliche Reaktion der Darmwand hervorrufen könnten, aber das sind Tierversuche, da wird mit ganz anderen Mengen gearbeitet und bisher gibt es keine Hinweise, dass sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. Wenn das so wäre, wäre Siliziumdioxid ganz sicher kein zugelassener Bestandteil von Lebensmitteln mehr.

Fazit:

Siliziumdioxid ist eine Rieselhilfe, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sie wurde getestet und für Lebensmittel zugelassen, daher darf man davon ausgehen, dass es kein gefährlicher Stoff ist. Wie jeder weiß, bekommt ganz sicher nicht alles eine Zulassung, ganz im Gegenteil! Es ist auch kein Kunststoff, sondern wird aus natürlich vorkommendem Quarzsand gewonnen. Zugelassen ist es in den Bereichen Trockenlebensmittel, Käse, Würzmitteln, Kochsalz und in Nahrungsergänzungsmitteln. Siliziumdioxid gilt als unbedenklich.

Quellen- und Studiennachweise:

http://www.zusatzstoffe-online.de/zusatzstoffe/235.e551_siliciumdioxid.html

https://www.nanopartikel.info/nanoinfo/materialien/siliziumdioxid/materialinfo-siliziumdioxid

http://www.nanomagazin.net/glossary/synthetisches-amorphes-siliziumdioxid-nanopartikel/